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Die Kraft von elementarer Naturerfahrung

Das Naturgefühl - unsere Vision

Elementare Naturerfahrungen hautnah erleben

Ungeachtet unseres umfangreichen Wissens über die Natur, unserer Fähigkeit, Flora und Fauna zu identifizieren und uns für den Klima- und Artenschutz einzusetzen, bleibt eine echte Verbindung und Erfahrung von der Natur aus, wenn unser Kontakt mit ihr lediglich auf dem Denken basiert. Wirkliche Naturerfahrung fordert mehr als nur intellektuelles Verstehen, Benennen und Einordnen – sie muss gefühlt und mit dem ganzen Wesen erlebt werden. Erst dann können wir ihre Wunder, ihr Geschenk und ihre Heilungskraft wahrhaftig erleben.

Das natürliche Leben verlangt danach, erlebt zu werden. 

Diese Erfahrungen machen wir nicht mit unserem denkenden Verstand, sondern mit unserem Körper und unserer Seele. Die Natur sehnt sich danach, in ihrer vollen Pracht gespürt, mit allen Sinnen wahrgenommen und mit unserem Herzen umarmt zu werden. Nach dieser Art der unmittelbaren Erfahrung der Gegenwart sehnen wir uns alle. Sie ist es, die wir im abendlichen Krimi, im Rausch einer Party, in der Welt der Videospiele oder in den Seiten eines spannenden Romans suchen – nach einem direkten Zugang zum echten Leben, nach dem unmittelbaren Erleben des Hier und Jetzt. Um dies zu erreichen, müssen wir den Kopf verlassen und in den Körper eintauchen. Das Empfinden der Welt um uns herum und das gleichzeitige Fühlen unseres inneren Seins öffnet die Tür zur tiefen Naturverbundenheit, zur Heilungskraft unserer Wildheit und zu einem erfüllten Leben. Für diesen fühlenden Kontakt mit dem Leben schafft unsere Wildnisschule Naturgefühl vielfältige Erfahrungsräume in und mit der Natur. 

Das natürliche Leben verlangt danach, erlebt zu werden.

Was genau ist das Fühlen?

Gefühle gleichen dem Wasser in einem See, das sich von einem Punkt zum nächsten bewegt und von allem beeinflusst wird.

Dein Körper gleicht einem fein abgestimmten Instrument, stets gespielt von den sanften Berührungen der Welt um ihn herum. Er nimmt die Vielfalt der Farben, die Gefühlswellen anderer Geschöpfe, die Klänge des Waldes, das erste Morgenlicht im Osten oder das letzte Abendlicht im Westen auf. Dein inneres Erleben dieser Kontakte ist dein Gefühlserleben in deinem Körper. Dein Körper dient als Empfänger dieser Klänge: Jede Berührung, ob ein leises Flüstern oder ein kraftvolles Crescendo, lässt eine innere Symphonie in dir erklingen.

Durch das Fühlen nimmst du am Hier und Jetzt teil. So entfaltet sich die volle Heilungskraft von Naturerfahrungen.

Du spürst den ersten Lichtstrahl, der durch die Wolkendecke bricht, das sanfte Klopfen von Regentropfen auf deiner Haut, die unsichtbare Verbindung zwischen zwei Menschen, das Streicheln einer Melodie, die Aromen eines dampfenden Gerichts, das schützende Gefühl unter einer warmen Decke, die Wärme einer Tasse Tee in deinen Händen, das Rascheln fallender Blätter und das morgendliche Konzert der Vögel. Du bist nicht nur ein Beobachter, sondern ein aktiver Teilnehmer in dieser Lebenssinfonie, die sich ganz natürlich entfaltet. Das Fühlen ist dabei die Art der Wahrnehmung, wenn du dein inneres Erleben, und somit deine Gefühle, fühlst.

 

Gefühle gleichen dem Wasser in einem See, das sich von einem Punkt zum nächsten bewegt und von allem beeinflusst wird. Was du in diesem Moment fühlst, ist nicht nur dein eigenes Gefühl. Es ist das Echo der Herzen um dich herum, das Summen der Aktivitäten, die dich umgeben, und das Lied des Ortes, an dem du stehst. Dein Gefühlserleben ist wie eine lebendige Landkarte, die ständig in Resonanz mit der Natur, den Rhythmen des Lebens und den unzähligen Wundern um dich herum steht.

Wo immer du dich befindest, dein Körper schwingt im Einklang mit seiner Umgebung und zeichnet so ein lebendiges Bild der Welt. Er ist nicht nur in der Landschaft, er ist die Landschaft selbst. Durch das Fühlen erlebst du das Leben in seiner vollen Tiefe – erst dann nimmst du aktiv daran teil, anstatt es nur wie einen vorbeirauschenden Zug an dir vorüberziehen zu lassen, was typisch für unser modernes Leben ist.

Das Gefühl der Natur

Ingmar Gröhn, Gründer und Leiter der Wildnisschule Naturgefühl, erlebte während einer sternenklaren Nacht, nach einer herausfordernden Erfahrung, eine Vision von tiefer Verbundenheit. In diesem Moment des Staunens erkannte er sich als Teil einer alles verbindenden Kraft. Diese Erkenntnis fühlte sich für ihn wie eine tiefgreifende Erinnerung an das „Naturgefühl» an – das unmittelbare Erleben des Lebens im gegenwärtigen Augenblick. Er sah, wie alle Kreaturen der wilden Natur ständig in diesem umfassenden Jetzt-Gefühl verhaftet sind – ihr Dasein authentisch ausdrückend. Er verstand, dass sein tiefstes Verlangen immer dieser Teilnahme am pulsierenden Leben galt – an der gemeinsamen Erfahrung des Lebens, an dem gemeinsamen Gefühl der Natur – das Naturgefühl.

In den darauffolgenden Tagen, die in neuem Licht für ihn erschienen, erkannte er die Notwendigkeit, diese Einsicht in die Welt zu tragen – die fühlende Wahrnehmung als Schlüssel zur Verbindung mit der Natur. In den folgenden Jahren setzte er vieles um, einschließlich der Gründung der „Wildnisschule Naturgefühl“ und der Entwicklung der Natur-Prozessbegleitung – beides sind Manifestationen seiner Vision. Auch ein Buch zu diesem Thema hat das Licht der Welt erblickt.
Ebenso nahmen die Wildnispädagogik und das Waldbaden in Ingmars Leben eine bedeutsame Rolle ein. Dort entdeckte er, dass das Wesentliche beider Ansätze ebenfalls darin besteht, eine fühlende Verbindung mit der Natur herzustellen. Ingmar hat inzwischen ein vielseitiges Team aus Experten unterschiedlicher Fachgebiete zusammengebracht, um diese Vision mit noch mehr Menschen zu teilen.

Ingmar Gröhn, 
Gründer und Leiter der Wildnisschule Naturgefühl

Wildnisschule Naturgefühl

Unsere Wildnisschule Naturgefühl schafft Räume, die ein Eintauchen in den gegenwärtigen Moment und somit die Erfahrung des Naturgefühls ermöglichen – des wirklichen Erlebens des Lebens und die daraus resultierende Verbundenheit mit der Natur. Unsere Programme, darunter Wildnispädagogik, Waldbaden und die Prozessbegleitung in der Natur, verkörpern diese Vision, indem sie Menschen dazu einladen, tiefer zu spüren, zu fühlen und zu lauschen. Wir betrachten die Natur als idealen Erfahrungsraum, um authentischen Kontakt mit sich selbst, mit anderen Menschen und Lebewesen zu knüpfen. Wenn wir uns dem Fühlen öffnen, geht es letztlich immer um Beziehung – um Beziehung zu uns selbst, zu anderen und zur Natur. Wir werden wieder nahbar, beziehungsfähig und berührbar für das Wunder, die Heilungskraft und das Geschenk der Natur.

Es ist unser Ziel, Menschen wieder empfänglich zu machen, sodass nicht mehr ein Full-HD-Film mit einem Bier und einer Packung Chips nötig ist, sondern der perlende Gesang eines Rotkehlchens am Morgen, das Plätschern von Regentropfen auf einer Fensterscheibe oder das Rauschen der Blätter tief berühren können.

Unsere  Naturschule setzt nicht primär auf spektakuläre Erlebnisse, intensive Kicks oder den Nervenkitzel, sondern vielmehr darauf, Empfindsamkeit und Berührbarkeit zu fördern. Das ist unser zentrales Anliegen.

In unseren Ausbildungsprogrammen in Natur-Prozessbegleitung, Wildnispädagogik und Waldbaden lehren wir auch andere, solche Räume zu schaffen – Orte, an denen Menschen wieder ins Fühlen kommen können.

Unsere Wege und
Methoden zur Naturverbindung

In unserer Bildungseinrichtung nutzen wir eine Vielzahl von Methoden und Techniken, um die Verbindung zur Natur zu stärken und das unmittelbare Erleben des Hier und Jetzt zu fördern. Unsere Werkzeuge umfassen unter anderem Naturmediationen, Entspannungstechniken, Kreativarbeit, Körper- & Gefühlsarbeit, indigene Lehrmethoden wie das Coyote Teaching, das Entfachen von Feuer auf traditionelle Weise, Survival-Techniken, Kräuterkunde, Vogelsprache, Tierspuren, Pilzkunde, naturtherapeutisches Wandern und Prozessarbeit in der Natur. Diese Angebote sind nicht nur in beratenden und therapeutischen Kontexten wertvoll, sondern auch in pädagogischen und privaten Bereichen.

All diese Wege, Werkzeuge und Erfahrungsräume zielen darauf ab, eine tiefgreifende Naturverbindung aufzubauen und unsere Vision vom Naturgefühl – das lebendige Erleben des gegenwärtigen Moments – neu zu entdecken. Durch diese Praktiken lernen wir, uns selbst wieder zu spüren. Sie helfen uns zu erkennen, was uns Freude bereitet, welche Neigungen wir haben, wie wir wieder in ein Gleichgewicht kommen, resilient auf Herausforderungen reagieren oder unsere Schatten integrieren können – und natürlich, wie wir in einer Gemeinschaft gewaltfrei und friedlich zusammenleben können. Darüber hinaus ermöglichen sie es uns, das wichtige Thema der Naturverbindung in die Welt hinauszutragen und das Bewusstsein für die Bedeutung einer harmonischen Beziehung zwischen Mensch und Natur zu schärfen.

Natur als selbstorganisierende Ordnung

Die Natur verkörpert für uns ein inhärentes Potenzial, das jedem Menschen, Tier oder Pflanze innewohnt.

Natur verkörpert für uns ein inhärentes Potenzial, das jedem Menschen, Tier oder Pflanze innewohnt. Sie ist wie eine autonome Ordnung, die sich, wenn man ihr genügend Raum gewährt, mühelos und frei entfaltet. Als Wildnispädagoge oder Prozessbegleiter liegt unser Anliegen darin, diesem natürlichen Ordnungsprinzip den notwendigen Freiraum zu ermöglichen. Mit personenzentrierten Impulsen, wie gezielten Fragen oder praktischen Übungen, ermöglichen wir es dem Einzelnen, seinen individuellen Lernweg aktiv und selbstbestimmt zu gestalten, seiner eigenen Neigung zu folgen, Selbsterkenntnisse zu gewinnen, Problemlösungsstrategien zu entwickeln und durch die Öffnung für sich und die Natur, Selbstheilungsprozesse zu erfahren.

Wir verstehen und erfahren Natur als eine sich selbst selbstorganisierende Ordnung, der wir uns anvertrauen, hingeben und öffnen können. Unsere Arbeit in der Wildnisschule Naturgefühl schafft genau jenen fruchtbaren Boden, auf dem die uns innewohnende natürliche Ordnung vollends erblühen kann.